(Berlin – 15. Oktober 2019) „Genscheren“ sind molekulare Werkzeuge, die das Erbgut an definierten Stellen präzise durchtrennen können. Durch das anschließende Reparieren dieser Schnittstellen sind so chirurgisch genaue Veränderungen in kurzer Zeit möglich. Zu den Genscheren gehören unter anderem die Cas-Nukleasen. Sie wurden dem so genannten CRISPR/Cas-System abgeschaut, dessen Funktion als Teil d…

(Berlin – 1. Oktober 2019) Stammzellen sind Zellen, die das Potenzial haben, sich in viele verschiedene Körperzellen zu entwickeln. Diese mehrfach potenten oder pluripotenten Stammzellen sind für die Grundlagenforschung und die biomedizinische Forschung sehr wichtig. Lange Zeit konnten solche Stammzellen nur aus Embryonen isoliert werden. Shinya Yamanaka und John B. Gurdon zeigten 2006, dass sich …

(Berlin – 17. September 2019) Im Februar 2001 wurde die erste sogenannte Arbeitsfassung des menschlichen Erbguts, des Humangenoms, in zwei hochrangigen wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. Das Humangenomprojekt (HGP) war rund zehn Jahre zuvor mit dem Ziel gestartet, die gesamte Erbinformation des Menschen mit ihren über drei Milliarden Basenpaaren abzulesen. 20 öffentliche Forschungsze…

(Berlin – 10. September 2019) Wie wird die Biotechnologie unseren Alltag in den nächsten 100 Jahren verändern? Diese Frage stellt der Biotechnologiebranchenverband BIO Deutschland zusammen mit seinen Allianzpartnern in dem Wettbewerb „Biophorie – Euphorie für die Biotechnologie“, der morgen startet. Im Rahmen des diesjährigen Themenjahres „100 Jahre Biotechnologie“ wurden schon zahlreiche wichtige…

(Berlin – 3. September 2019) Um Käse herzustellen werden, sogenannte Labenzyme benötigt, die Milcheiweiß gerinnen lassen, wodurch sich die Milch schnell verfestigt. Labenzym ist deshalb ein wichtiges Hilfsmittel der Käseherstellung. Das Labenzym Chymosin wurde ursprünglich ausschließlich aus den Mägen milchsaugender Kälber gewonnen. Heute stammt der überwiegende Anteil an Labenzymen aus Mikroorgan…

(Berlin – 20. August 2019) Der Maiszünsler, ein Kleinschmetterling, ist ein Schädling, der erhebliche Ausfälle bei der Maisernte verursacht. Allein in den USA beziffern sich diese auf mindestens eine Milliarde US-Dollar jährlich, in Deutschland werden die Ausfälle auf 11 bis 12 Millionen Euro geschätzt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Schädling zu bekämpfen. Laut bayerischem Landesamt für …

(Berlin – 6. August 2019) Wie entsteht aus einer einzigen Zelle ein Organismus mit Kopf, Armen und Beinen? Bahnbrechende Forschung, um diese Entwicklung zu verstehen, leisteten die Forscherin Christiane Nüsslein-Volhard und ihr Kollege Eric F. Wieschaus in Experimenten, deren aufsehenerregendes Ergebnis sie im Herbst 1980 in der Fachzeitschrift Nature publizierten. Beide hatten am Europäischen Mol…

(Berlin – 23. Juli 2019) Die Multiple Sklerose (MS) ist eine schwere chronisch-entzündliche Autoimmunkrankheit des zentralen Nervensystems, die schubförmig oder sich chronisch verschlechternd verläuft. Durch Entzündungsherde wird die Reizleitung der Nerven gestört und die Patienten leiden zunehmenden an neurologischen Ausfallerscheinungen. Bis 1993 gab es kein zugelassenes Medikament, das das Fort…

(Berlin, 9. Juli 2019) Als Spin-Off der Universität Düsseldorf wurde 1984 QIAGEN gegründet, Deutschlands erstes dauerhaft erfolgreiches und bis heute größtes Biotechnologie-Unternehmen. QIAGEN hatte sich ursprünglich auf die Aufreinigung von DNA-Proben spezialisiert und zählt heute mit seinen 5.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro zu den Weltmarktführern in der molekularen Di…

(Berlin, 25. Juni 2019) Am Kölner Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung wurde 1983 der wesentliche Grundstein der grünen Gentechnik gelegt. Sein Direktor Jeff Schell, sein Genter Kollege Marc van Montagu und ihre Arbeitsgruppen zeigten, wie sich fremde Gene in Pflanzenzellen einschleusen lassen. Sie bedienten sich dazu einer Variante des Bodenbakteriums Agrobacterium tumefaciens, mit …

(Berlin, 11. Juni 2019) Um ein Stück der Erbsubstanz DNA untersuchen zu können, brauchen Forscher Millionen Kopien davon. Die Idee, wie sich diese Kopien schnell und einfach herstellen lassen, hatte der Chemiker Kary B. Mullis bei einer nächtlichen Autofahrt durch Nordkalifornien im Jahr 1983. Schon zehn Jahre später wurde er für seine Erfindung, die sogenannte Polymerase Kettenreaktion (PCR), mit…

(Berlin, 29. Mai 2019) Mit einer repräsentativen Umfrage1 fand ein Forscherteam kürzlich heraus, dass diejenigen, die sich am stärksten gegen gentechnisch veränderte Nahrungsmittel positionieren, auch diejenigen sind, die am wenigsten Wissen über das Thema haben. Um hier Abhilfe zu schaffen, bietet der Biotechnologiebranchenverband BIO Deutschland jetzt im Rahmen des Themenjahres „100 Jahre Biotec…

(Berlin, 28. Mai 2019) Millionen von Diabetikern in aller Welt sind auf eine Behandlung mit dem Hormon Insulin angewiesen und die Zahl nimmt weiter zu. Ursprünglich wurde Insulin aus den Bauchspeicheldrüsen von Millionen von Schweinen oder Rindern aus aller Welt extrahiert. Aber der steigende Bedarf konnte so nicht mehr gedeckt werden. Nachdem es dem Start-up Genentech gelungen war, Humaninsulin e…

(Berlin, 14. Mai 2019) Was heute selbstverständlich ist, nämlich das technische Abtasten der Erbsubstanz DNA, das Sequenzieren, wurde 1977 etabliert. Um mit DNA arbeiten und die in ihr codierten Informationen zu Zwecken der Grundlagenforschung, Diagnostik und Therapieentwicklung nutzen zu können, muss man die exakte Abfolge ihrer chemischen Bausteine, der sogenannten Basen, bestimmen. Das grundleg…

(Berlin, 30. April 2019) Das Potenzial der Gentechnik für die Gesundheitsforschung erkannte die Industrie mit Verzögerung. Die etablierten Pharmaunternehmen zeigten an der Gentechnik zunächst kein Interesse. Daher nahm einer der Erfinder, Herbert Boyer, die Sache selbst in die Hand und gründete zusammen mit dem Investor Robert Swanson 1976 Genentech, das erste Biotechnologieunternehmen, in San Fra…

(Berlin, 16. April 2019) Antikörper sind schlagkräftige Medikamente gegen Krebs, Rheuma und weitere schwere Erkrankungen und werden auch zur Diagnostik eingesetzt. Die Herstellung dieser speziellen Komponenten des Immunsystems, der so genannten monoklonalen – nur von einer Zelle abstammenden – Antikörper wurde erstmals 1975 von dem deutschen Wissenschaftler Georges Köhler im Labor von César Milste…

(Berlin, 2. April 2019) Die gezielte Veränderung von Erbgut fand ihren Anfang im Jahr 1973. Herbert Boyer und Stanley Cohen erfanden in San Francisco die Gentechnik. Sie nutzten Enzyme, um das Erbgut eines Bakteriums an einer definierten Stelle durchzuschneiden und fügten dort das Gen eines Frosches ein. Durch das anschließende Bakterienwachstum, konnte so das Froschgen vermehrt werden. Die dafür …

(Berlin, 19. März 2019) Hartnäckige Flecken ohne Einweichen und Vorwaschen effektiv entfernen, das geht seit 1968 in der heimischen Waschmaschine. Möglich machen es biotechnologisch hergestellte Waschenzyme, die auch im eher unwirtlichen Waschmaschinen-Klima noch arbeiten und so Schmutz und Fettspritzer auflösen können. Seither haben nicht zuletzt Fortschritte in der Gentechnik immer umweltfreundl…

(Berlin, 5. März 2019) Das Rätsel, wie die Erbinformation für den Bauplan aller Lebewesen in der DNA-Doppelhelix abgespeichert ist, wurde in den sechziger Jahren gelöst. Dass vier so genannte Basen, kurz G, A, T und C, dafür verantwortlich sind, war schon bekannt. Francis Crick und Sydney Brenner schlugen vor, dass jeweils drei der vier Basenbuchstaben hintereinander als Triplett für eine Aminosäu…

(Berlin, 19. Februar 2019) Wie ist unsere Erbinformation gespeichert? Dieses Rätsel wurde 1953 gelöst. Die so genannte Doppelhelix mit ihren strickleiterförmig verdrillten Leitersprossen ist längst zu einer Ikone der modernen Wissenschaft geworden. Dass die Erbinformation, die DNA, diese ästhetisch ansprechende Form hat, aus der sich mit verblüffender Eleganz ihre Funktionsweise ableiten lässt, en…

(Berlin, 5. Februar 2019) Alle Vitamine sind lebenswichtig, so auch das Vitamin B12, das größte und strukturell komplizierteste von ihnen. Aus einer Kultur von Bakterien, die zur Joghurtproduktion verwendet werden, isolierten Mary Shorb und Karl Folkers es 1948 in kristalliner Form und wiesen damit nach, dass sein Mangel die perniziöse Anämie (bösartige Blutarmut) verursacht. 1956 gelang es Doroth…

Biotechnologie rettet Leben bei schwerwiegenden Infektionen. Alexander Fleming entdeckte 1928 durch eine zufällige Beobachtung das Antibiotikum Penicillin. Erst im Zweiten Weltkrieg, als großer und dringender Bedarf zur Behandlung von Wundinfektionen entstand, wurde begonnen Penicillin klinisch zu prüfen. Der Erfolg war zwar groß, es gab aber nicht ausreichend Penicillin, um das Überleben der Pati…

Biotechnologie schafft Handlungsspielräume und hat das Potenzial neue Lösungen für Herausforderungen zu finden. So auch schon im Jahr 1926, als in den USA der hohe Preis importierter Zitronen zunehmend das Angebot an Zitronensäure verknappte, für die hohe Nachfrage bestand, weil sie unter anderem zur Herstellung kalklösender Reinigungsmittel und zur Konservierung von Lebensmitteln benötigt wurde. …

Im Jahr 2019 feiert der Begriff „Biotechnologie“ hundertjähriges Jubiläum. Karl Ereky war Direktor der Viehwertungsgenossenschaft ungarischer Großgrundbesitzer und Autor des deutschsprachigen Buches „Biotechnologie der Fleisch-, Fett- und Milcherzeugung im landwirtschaftlichen Großbetriebe“, in dem der Begriff Biotechnologie in die Welt kam. Die Veröffentlichung erschien 1919 erstmals in Berlin. D…